Waldneuordnung
So läuft die Waldneuordnung in Lindach ab

Mehrere Personen stehen in einem Wald und bewerten dessen Zustand.Zoombild vorhanden

Foto: Lucas Kesselhut

(1. April 2025) Kolitzheim – Klimawandel, Schädlinge, kaum zu bewirtschaftende Flächen: Damit der Wald in Lindach (Landkreis Schweinfurt) für die Zukunft gewappnet ist, hat das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Unterfranken eine Waldneuordnung eingeleitet, um den Wald nachhaltig umzubauen und zu nutzen.

Das betroffene Waldgebiet, das hauptsächlich aus Laubholz wie Eiche und Rotbuche besteht, leidet unter einem extremen Pflegerückstand. In seiner jetzigen Form wäre der Wald aufgrund der kleinstparzellierten Privatwaldflächen nicht mehr sinnvoll zu bewirtschaften.

Das ALE und die Teilnehmergemeinschaft Lindach 2 arbeiten intensiv daran, das zu ändern. Ein günstigerer Zuschnitt der Grundstücke und die Erschließung mit geeigneten Wegen sollen die Voraussetzungen schaffen, die vorhandenen Flächen zukunftsfähig umzugestalten. Nun startet der nächste bedeutende Schritt für das umfangreiche Projekt: die Holzwertermittlung.

So läuft die Holzwertermittlung ab

Sie ist ein wichtiger Teil der Waldneuordnung und dient dazu, den Wert des auf den betroffenen Flächen stehenden Holzes zu ermitteln. Die Bestandsaufnahme des vorhandenen Holzes erfolgt durch den Forstsachverständigen Ruppert Wolf (aus Saal an der Saale) und die Teilnehmergemeinschaft. Hierbei werden in den kommenden Wochen Art, Alter, Qualität und Menge des Holzes erfasst.

Nach der Wertermittlung wird der ermittelte Holzwert auf die beteiligten Grundeigentümer verteilt. Die Verteilung erfolgt in der Regel proportional zur Größe der jeweiligen Flächen und unter Berücksichtigung der Qualität und Menge des darauf stehenden Holzes.

Ein Forst-Experte misst den Umfang eines Baumes.Zoombild vorhanden

Foto: Lucas Kesselhut

Als regionaler Klimaschutzwald kartiert
Sollte es durch die Neuordnung zu Verschiebungen in der Verteilung des Holzwertes kommen, so können Ausgleichszahlungen vorgenommen werden. Diese dienen dazu, eventuelle Nachteile für einzelne Grundeigentümer auszugleichen.

Dauerhaft soll damit auch die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes und das Landschaftsbild gewahrt bleiben. Denn das neuzuordnende Gebiet ist als regionaler Klimaschutzwald kartiert.
Hintergrund:

Das Projekt „Lindach 2“ umfasst ein 53 Hektar großes Gebiet, 43 Hektar davon sind Waldfläche. Die finanziellen Mittel für das Projekt belaufen sich auf etwa 83.000 Euro, wobei ein Großteil (77 Prozent) durch staatliche Förderungen gedeckt wird.